03/06/2011

"Mit dem Eimer gegen die Stechmücke"

Mückenfalle im Kesselhaus - Photo (c) Rheinische Post - Andreas Probst
 
HKM-Mitarbeiter Udo Hendle prüft die Mückenfalle im Kesselhaus der Wasseraufbereitung.
Seit der atmende Plastikeimer mit Hautgeruch dort aufgestellt ist,
bleiben die Mitarbeiter von den stechenden Plagegeistern verschont.
Photo (c) Rheinische Post - Andreas Probst.
 
 
Über mehrere Wochen hinweg konnte es den HKM-Mitarbeitern, die im Kesselhaus der Wasseraufbereitung arbeiten, nicht schnell genug gehen, ihren Arbeitsplatz wieder zu verlassen.

 

Das lag nicht etwa daran, dass sie nicht arbeiten wollten, sondern an Tausenden stechenden Plagegeistern, die ihnen das Leben schwer machten. „Kaum war man ein paar Meter in die Halle hinein gegangen, da hatte man die Stechmücken auch schon um die Ohren fliegen“, erinnert sich Udo Hendle, Vorarbeiter des Teams Wasser.

 

Doch damit ist nun Schluss, denn mit einer neuartigen Mückenfalle ist man den Blutsaugern, die es sich während des Winters hier bequem gemacht hatten, zu Leibe gerückt. Statt der typischen chemischen Keule setzten die Mitarbeiter der Regensburger Biogents AG ihre neue ökologische Mückenfalle ein. Was für den Menschen aussieht wie ein Plastikeimer, ist für die Mücke eine so täuschend echte Menschenattrappe, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes darauf abfliegt.


„Durch eine Lockstofftablette wird der Hautgeruch nachgeahmt, der Behälter strahlt künstliche Körperwärme aus, und durch Kohlensäure wird der menschliche Atem imitiert“, erklärt Markus Siegers von Biogents.

 

Atmender Plastikeimer

 

Warum die Mückenfalle der Regensburger besser funktioniert als ähnlich Produkte, erklärt der Experte wie folgt: „Viele andere Fallen geben nur punktuell Lockstoffe ab. Die Mücke lässt sich davon nicht täuschen, da sie weiß, dass wenn der Mensch schwitzt, er an mehr als nur einer Stelle transpiriert“, so Siegers. Ähnlich verhält es sich mit der Kohlensäure: Das „Atemloch“ muss oberhalb des „Körpers“ platziert sein und darf nur punktuell Kohlensäure „ausatmen“. So leicht nämlich lassen sich die schlauen Tierchen nicht hinters Licht führen. Einmal im Inneren des Behälters gefangen, verdursten die Blutsauger. „Jetzt begegnen wir nur noch ab und zu einer Stechmücke und wir müssen endlich nicht mehr durch die Halle hetzen, um ihnen zu entkommen“, sagt Hendle erleichtert.

 

Auch für den heimischen Garten

 

Entwickelt wurde die Mückenfalle ursprünglich bei Forschungsarbeiten der Universität Regensburg. Die Biogents AG entwickelte das System weiter und hat es nicht nur alltagstauglich gemacht, sondern setzt es auch weiterhin für die Forschung ein. So gewann die Technologie einen Preis der Weltbank für die Unterstützung von Biogents bei einer Studie in Brasilien. Die Studie beschäftigte sich mit der Verwendung von Biogents-Fallen bei der Bekämpfung von Dengue-Fieber. Damit die Mitarbeiter bei HKM nun dauerhaft von den Stechmücken in Ruhe gelassen werden, bleibt die Falle, die es auch für den heimischen Garten gibt, angeschlossen. Das kostet nur rund einen Euro am Tag für die Kohlensäure-Kartusche“, so Siegers.